Der Ursprung des Stoffs ist die Faser

Unterschieden werden zwei Arten von Fasern, Pflanzenfasern und Synthetik Fasern. Pflanzenfasern wurden schon in der Altsteinzeit vielfältig zum Nutzen des Menschen verwendet.

166280_web_r_k_b_by_manwalk_pixelio-de

Aus Pflanzenfasern wie Hanf, Flachs und Brennnessel wurden nach Ablösung der Tierfelle als Kleidung.

 

Die Faser ist unbestritten der Ursprung des Stoffs. Die Faser kann von Tieren oder Pflanzen stammen. Die wichtigsten Tierhaare die zum Verarbeiten als Rohstoff für Textilien gilt sind von Schafen, Ziegen und Kamelen. Besonders weich sind Pullover aus Hundehaar, dies ist allerdings für die Industrie wegen zu geringen Mengen bedeutungslos. Dagegen dürfte wohl jedem bekannt sein, dass die feinste Schafwolle von Merinoschafen aus Australien und Neuseeland stammt. Bekannt sind auch Textilien aus edelstem Ziegenhaar nämlich die Kaschmirwolle.

174327_web_r_k_by_robson_pixelio-deIn den letzten Jahren wurden neue Fasern für den textilen Gebrauch getestet und auch in geringeren Mengen in den Handel gebracht. Als erneuerbare und Umweltschonende Alternative haben sich Fasern aus Bambussorten herausgestellt. Textilien aus diesem Material sind sehr weich, glänzen wie Seide und fühlen sich auch so an. Experimentiert wird auch mit Fasern aus heimischen Bäumen.

203613_web_r_k_b_by_mirco1_pixelio-deBisher sind mir Textilien nur im Kleinkinder Bereich auch als Allergiker geeignet begegnet. Auch hier dürfte in den nächsten Jahren ein Wachstumsmarkt entstehen, wenn die textilen Produkte bekannter werden. Völlig neu sind Fasern aus Milch, die seit kurzer Zeit völlig ohne Chemie hergestellt werden können. Bekannt sind Fasern aus Milch schon seit den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts. Diese Fasern wurden allerdings mit einem erheblichen Anteil an belastender Chemie hergestellt und dadurch war die Faser für den textilen Gebrauch ungeeignet.

Durch die jetzt chemiefreie Herstellung wurden die zur Zeit verfügbaren Kapazitäten von 120000 Tonnen Fasern von der Industrie aufgekauft. Nach Herstellerangaben wird die Produktion weiter ausgebaut um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Es ist anzunehmen, dass bald eine neue Faser für Textilien den Markt erobert.

Grundsatz: Umweltverträgliche Kleidung muss immer aus Naturfasern bestehen, ein hartnäckiger Irrglaube.

Dies ist allerdings sehr leicht zu widerlegen, denn gerade mal 12000 Tonnen werden Weltweit aus biologisch angebauter Baumwolle gewonnen. Dagegen werden jährlich ca. 61 Millionen Tonnen Fasern benötigt, die Öko-Baumwolle nie und nimmer abdecken kann. Andere Naturfasern wie Wolle, Flachs, Hanf, Brennnesselfasern, oder neuerdings Textilfasern aus Milch decken gerade mal 40% der benötigten Fasern für Kleidung und Heimtextilien ab. Die andere Hälfte der Fasern stammt aus der Chemiefabrik.

Vergleicht man konventionell angebaute Baumwolle mit Synthetics, schneiden die Synthetics in der Ökobilanz nicht eben schlecht ab. Bekleidung die aus Naturfasern oder Chemiefasern hergestellt werden genügen den hohen ökologischen Ansprüchen. In der Sportbekleidungs- und Freizeitindustrie kommt man kaum noch ohne Synthetics aus. Der Einsatz in Funktionstextilien sind natürliche Fasern keine Alternative zu Polyester. Beide Rohstoffe lassen sich prinzipiell sauber herstellen und verarbeiten.

Der hauptsächliche Unterschied liegt in der Gewinnung der Fasern.

207317_web_r_k_by_gaby-dross_pixelio-deKonventionell angebaute Baumwolle wird meist in der Regel üppig mit Kunstdünger und Pestiziden bedacht. Das größte Umweltproblem aber ist die enorm benötigte Wassermenge, bei Baumwollpflanzen, die ja meist in wärmeren Gefilden gedeihen, wo Wasser sehr rar ist und in anderen dringend benötigten Bereichen dann schlichtweg fehlt. Etwa 8000 ltr. Wasser sind nötig, um ein Kilo der Baumwollfäden zu ernten. Hingegen benötigt man gerade mal 210 ltr. Wasser um ein Kg Polyacryl her zu stellen, ist das schon sehr Umweltfreundlich. Ein Manko der Chemiefaser -herstellung ist allerdings der teilweise hohe Energieverbrauch.

Bei den Kunstfasern unterscheidet man zwei Arten. Zellulosefasern gewinnt man aus den nachwachsenden Rohstoff Holz, die unter Einsatz von Schwefelverbindungen und Natronlauge ausgekocht werden, sie gelten dennoch als Chemiefasern. Hinlänglich bekannt sind die Chemiefasern unter dem Namen, Viscose, Modal und Acetat. Diese Fasern ergeben dünne seidige Stoffe, die sich auf der Haut angenehm anfühlen (hautsympathisch sind), aber nicht so robust und pflegeleicht sind wie reine Synthetic Fasern.

Ein großer Nachteil bei der Herstellung von Chemiefasern ist aber der Energieverbrauch, der je nach Typ erheblich ausfallen kann. In der Hauptsache unterscheidet man zwei Arten von Kunstfasern. Die mit Abstand wirtschaftlich wichtigste Kunstfaser ist Polyester, bekannt unter dem Markennamen Trevira, Diolen oder Polartec. Weitere bekannte komerziell genutzte Synthetics sind Polyamid (Nylon, Perlon) besteht aus dem Kunststoff Polyurethan. Die Chemieindustrie bemüht sich die Herstellung von Synthetic Textilien sauberer und Umweltverträglicher zu gestalten.

Synthetic Fasern bestehen aus dem nicht erneuerbaren Rohstoff Erdöl. Gesamt betrachtet fließen in der Ökobilanz nicht nur die Umweltschäden der Rohölproduktion ein ( Verseuchung der Böden, des Urwalds, des Wassers etc.) Der Energiegehalt der Ausgangsstoffe muss auch berücksichtigt werden. So ergibt sich für Polyester ein doppelt so hoher Energieverbrauch wie bei der Baumwollerzeugung und bei der Herstellung von Polyacryl mehr als das Dreifache an Energie. In einigen Jahren wird die Chemische Industrie durch erneuerbare Energiegewinnung und Optimierung der Herstellungsabläufe eine effizientere, umweltschonendere Ökobilanz vorlegen können.

 

Bildquellen: Hanf: manwalk  / pixelio.de ; Titelbild: Dominik Pöpping  / pixelio.de ;  Bambus: Robson  / pixelio.de; Milch; Baumwolle: Gaby Droß  / pixelio.de

 

 

    

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.